Guten Abend liebe Göttinnen und Götter,
ich bin hier heute für Sie als Society-Reporterin unterwegs und berichte Ihnen live von der festlichen Eröffnung des Globalls.
Der Globall ist mittlerweile in vollem Gange. Es wird ausgiebig auf dem Vulkan getanzt, the floor is lava, sag ich Ihnen, und das Klima ist hier insgesamt sehr aufgeheizt. Die Stimmung kocht, die Tanzenden geben Treibhausgas und der Veranstalter hat sich erlaubt, die Erdkugel mit Plastikschnipseln zu überziehen. Dank ihrer natürlichen Drehbewegung haben wir so eine perfekte Diskokugel. Das ist ein Wahnsinns-Partylicht, das sag ich Ihnen, da hat sich der Veranstalter wirklich selbst übertroffen.
Ein guter Zeitpunkt, um ihnen die Aufteilung der Location näher zu erklären. Es gibt Tanzflächen auf 3 Ebenen, das Hauptprogramm "Erste Welt" finden Sie in der obersten Ebene. Hier gibt es exquisites Essen und Trinken, Sie sind in Besitz der Diskokugel und es gibt spannende Spiele zum Mitmachen. Außerdem können Sie dort im rechten Bereich in interessierten Kleingruppen Führer buchen, die sich mit Ihnen auf eine Kul-Tour begeben.
Auf der mittleren Ebene "Zweite Welt" gibt es kleinere Tanzflächen und sie hören von hier aus nur, wo die Musik spielt, nämlich oben. Es ist wegen der günstigeren Karten voller, aber sie erhalten kleine Partyhäppchen und können sich auch hier einen schönen Abend gestalten.
Von der untersten Ebene "Dritte Welt" würde ich Ihnen abraten. Die Tanzfläche wurde zu Gunsten der Müllablagerung aus den oberen Ebene abgebaut.
Moment, da sehe ich, Europa betritt die Bühne in der Ersten Welt. Sie trägt einen metallisch-changierenden Schutzmantel und liegt damit voll im Trend. Der Schnitt lenkt das Auge auf vergitterte Zwischenräume, die die dahinterliegenden Verheißungen erahnen lassen. Sehr modern. Eng anliegendes Metall im oberen Teil, dann eine südlich ausladende A-Linie, an den Enden ein Materialmix aus Stacheldraht und Saharasand. Ja, das liegt im Trend, aber ich muss sagen, mir persönlich gefielen ihre altbewährten luftigen Freiheitsgewänder besser.
Nun gut, mit der metallischen Einmanteltung hat sich Europa vermutlich einfach auf ihren neuen Partner eingestellt. Wie wir gerüchteweise wissen, hat sie ihre Seele an den Teufel verkauft, offiziell haben die beiden sich aber noch nicht als Paar geoutet. Wir dürfen gespannt sein, wie sich diese recht frische Beziehung entwickeln wird. Sie sind ja doch durch einen großen Alters- und Höhenunterschied getrennt. Wir bleiben da für Sie dran.
Es wird insgesamt geselliger. Wir sehen eine spontane Musikeinlage, die wohl so nicht geplant war. Aber lauschen wir doch einfach kurz den Klängen der USA, die ein lautes Solo mit einer Trumpete aufs Parkett legt. Da kommt Schwung in die Bude, liebe Göttinnen und Götter. Doch jetzt wird es etwas disharmonisch, denn da ist Nordkorea dazugestoßen und spielt auf einer Kim-Yong-Unharmonika. Ei das klingt gar nicht gut. Da schaukelt sich was hoch, die Tanzfläche wird immer leerer, das ist nicht schön.
Doch. Tatsächlich nimmt sich jemand ein Herz. Russland ist auf die Tanzfläche getreten, Disputin schreitet ein. Er annektiert die Instrumente und zerschmettert sie. Oh es brechen tumultartige Szene aus. Ich bin gespannt, wie der Veranstalter da wieder Ruhe reinbekommen will. Aber … da tut sich was, da liegt was in der Luft. Jaa. Ok. Das war ein sehr guter Schachzug vom Veranstalter. Er hat zwischen die Kontrahenten Katzenbabies geworfen.
Die Lage ist beruhigt, meine Göttinnen und Götter, die Lage ist beruhigt. Wir berichteten live vom Globall, wo sich auf der Tanzfläche schwere Tumulte ereignet haben und schalten nun zurück zu Ihnen.