Sie helfen wo sie nur können. Sie eilen sofort herbei,
wenn du erkennst „Alles hat ein Ende nur mein Haar hat drei!“
Sie retten deine Haarspitze ohne Gewese oder Heldentum,
Sie machen lieber dich zum Helden, sie legen dir den Umhang um.

Sie baden ihre Hände für dich statt in Unschuld in Tonikum.
Sie verstehen die Chemie von Haar2O auch ohne Studium.
Statt Reichtum wählen sie ein unbezahltes Praktikum
Für einen Job mit lautem Föngetöse und viel Gel reintun.

Sie buckeln sich als Friesenleger für uns ihre Rücken krumm.
Sie bauen dir als Haarchitekt einen Hochsteckfrisurenturm.
Sie stutzen als Hairtner den Hipstern das Bartwachstum.
Sie trocknen die Tränen der Top-Models von Heidi Klum.

Sie locken dir jede Mähne ins passende Farbspektrum
und bändigen wilde Pferdeschwänze in ihrem Territorium,
denn sie sind starke Typen, sie haben Haarisma und Mumm,
sie hauen sogar Bruce Lee mit ihrer Kammkunst um.

Ich glaube mein Friseur ist ein Hairgott. Er erschafft mit einer Haube ein Vakuum
und sein ist das Spleiß und das Taft und die Haarigkeit.
Friseure sind der Imperhaartor im Star-Haars-Imperium.
Ihr Lichtschwert ist heiß, denn sie wedeln mit Lockenstäben rum.
Sie brauchen keinen Todesstern, nur Folie aus Alumium,
denn ihr Imperium, das schlägt einfach nicht zurück.

Hier wird jeder bejubelt, der vor den Spiegel tritt,
und hat er noch so ein großen Striegel-Shit.
Ein Frisör sagt dir niemals „Igittigitt“,
sondern sowas schönes wie „And the Ost-Haar goes to: Igelschnitt.”

Sie verschaffen jedem Prinzen sein eigenes Bel Hair,
Sie verhalfen dem Stamm der Vokuhila zur Wiederkehr.
Sie sind die Kuppler vom Dienst, denn love is in the hair.
Sie arbeiten im Lockenpuff und machen dort Geflechtsverkehr.

Sie haben einfach die schönsten Namen für ihren Berufsverscher.
Sie sind Barber und Hairstylist und Coiffeur
und trotz alledem haben sie es ziemlich schwer,
denn sie schneiden viele Friesen, aber ihre Taschen bleiben leer.

Sie verdienen doch nichts, dabei verdienen sie doch mehr.
Der einzige Ausflug, den mein Friseur sich wohl leisten kann, ist ne Tour,
in der er nach der Reise zu den Stirnen mit seinen Kuppen greift
oder in der er einsam und alleine durch meine Schuppen streift. 

Friseure haben sich selbst zum Scheiteln verurteilt.
Sie stecken nicht nur mit, sondern auch in der Klemme.
Reichtum haben sie einzig bei der Anzahl ihrer Kämme,
aber nicht in Kohle. Schätze sie leben eher prekär in einer kleinen Bude
und gerade nicht in der Speichhairstadt oder in Haarvestehude.

Wir sehen sie nicht und sie, sie lassen sich trotzdem nicht unterkriegen.
Ich wünsche mir von Herzen, dass wir das mal wieder geradebiegen.
Lass deinem Frisör das nächste Mal doch etwas mehr Trinkgeld liegen.
Einfach weil sie es verdienen.